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WeinKlassifikation
Weinklassifikation in SPANIEN
Seit Eintritt Spaniens in die Europäische Union sind die spanischen Weine an die europäische Norm angepasst worden und wurden deshalb in zwei große Gruppen eingeteilt: Tischweine (VDM) und Qualitätsweine, die in bestimmten Gebieten angebaut werden (VCPRD).
Es entspricht einer alten spanischen Tradition, Weine erst dann freizugeben, wenn diese trinkreif sind. Aus diesem Grunde existiert ein differenziertes System von Altersbezeichnungen, anhand derer der Konsument schon beim Blick auf das Etikett erkennen kann, ob es sich um einen jungen oder einen gereiften Rotwein handelt. Für jeden Weintyp wird genau festgelegt, wie lange er im Holzfass bzw. auf der Flasche reifen muss. Theoretisch werden mit diesen Bezeichnungen Qualitätsansprüche deutlich gemacht, doch faktisch verhält es sich mit diesen Weinen nicht viel anders als mit den deutschen Prädikaten: Eine Crianza aus seriösem Haus überragt so manche Reserva und Gran Reserva um Längen - die Qualität garantiert der Produzent:
| Qualitätsstufe | Definition |
| Vino de Mesa, VdM | Tafelwein mit geringste, qualitativen Anforderungen. Hier gelten keine strengen Erzeugungsregeln. Hierzu gehören alle Weine aus nichtklassifizierten Weinbergen, bzw. Wein, der durch Verschneiden heruntergestuft wurde. |
| Vino de la Tierra, VdT | Das spanische Pendant zum französischen Landwein. Hierzu zählen Weine aus einem bestimmten Anbaugebiet, das aber keinen DO-Status hat. |
| Vinos de Calidad con Indicación Geográfica, VC |
QUALITÄTSWEINE MIT GEOGRAPHISCHER ANGABE - auch diese Qualifizierung basiert auf dem Gesetz für den Rebstock und den Wein. Es handelt sich um Weine, die in einer bestimmten Region aufbereitet werden und von Trauben aus dieser Region stammen. Ihre Qualität, ihr Ruf oder die Eigenschaften verdanken sie dem „geografischen Umfeld, dem menschlichen Faktor oder beiden, was die Herstellung der Traube, die Aufbereitung des Weines oder seine Reifung betrifft. Diese Weine erhalten die Bezeichnung VC, gefolgt von dem Namen des Ortes, wo sie hergestellt werden". |
| Denominación de Origen, DO | WEINE MIT HERKUNFTSBEZEICHNUNG - die spanischen Weine mit Herkunftsbezeichnung sind Weine mit Prestige, welche aus einem abgegrenzten Produktionsgebiet stammen und nach bestimmten Parametern der Qualität und Typizität aufbereitet werden. Jede Herkunftsbezeichnung wird von einem „Consejo Regulador" (Regulierungsrat) reglementiert, der die Aufgabe hat, über so wichtige Aspekte wie die Sorten der genehmigten Trauben, die Erträge pro Hektar, die Formen der Aufbereitung oder die Ausbaufristen zu wachen. Damit ein Wein durch die Herkunftsbezeichnung geschützt werden kann, muss das Produktionsgebiet vorher mindestens 5 Jahre lang als solches anerkannt sein. |
| Denominación de Origen Calificada, DOCa | WEINE MIT QUALIFIZIERTER URSPRUNGSBEZEICHNUNG - diese Kategorie ist dem Wein vorbehalten, der während eines ausgedehnten Zeitraums schon einen hohen Qualitätsstand erreicht haben. Der erste Wein, der diese Bezeichnung erzielen konnte, war im April 1991 der Rioja. Notwendige Voraussetzungen: Mindestens 10 Jahre müssen seit Anerkennung der „DO" (denominación de origen) verstrichen sein - alle geschützten Produkte müssen für ihre Vermarktung von Weinkellereien in Flaschen gefüllt werden, die sich in dem Produktionsgebiet befinden oder die einem geeigneten Qualitätssystem der Kontrollorgane entsprechen. |
| Vinos de Pago, VP | LAGENWEINE - das ist die neueste und höchste Klassifizierung, die ein Wein erreichen kann. Zu ihr gehören die Weine mit anerkanntem Prestige und klimatischen und bodenkundlichen Unterscheidungsmerk- malen einer bestimmten „paraje" (Lage) oder eines „sitio rural" (länd- lichen Gebiets). Ihre Herstellung und weintechnische Vermarktung folgt einem einheitlichen Qualitätssystem, das mindestens die für die Weine „Denominaciones de Origen Calificadas" (qualifizierte Bezeich- nungen des Ursprungs) angewandten Voraussetzungen erfüllt. Diese Weine werden in den Weinkellern der Lagenweine oder im Gemeinde- bezirk, in dem sich der Weinkeller befindet, aufbereitet und in Flaschen abgefüllt. |
| Ganze Regionen erhalten das Prädikat "Spitzenklasse", z.B. Rioja als DOCa. Weine aus besonders guten Jahrgängen reifen länger in Fässern und Flaschen und dürfen dann "Reserva" genannt werden. |
| Klassifizierung der Weine nach Reifungseigenschaften |
| Joven | 1 Jahr | Bezeichnet einen spanischen Jungwein, der nicht einer Reife im Eichenfass (Barriqueausbau) unterzogen worden ist und für den baldigen Verbrauch bestimmt ist. Er sollte nicht länger als ein Jahr aufbewahrt werden. Im Gegensatz dazu stehen die gereiften Crianza, Reserva und Gran Reserva. |
| Crianza | 3 Jahre | Der Wein wird erst im 3 Jahr zum Verkauf freigegeben, und muss zuvor mindestens 6 Monate lang in 225-Liter-Eichenfässern gelagert werden. Im Rioja muss die Lagerzeit im Eichenfass sogar 12 Monate betragen. Für Weissweine liegt die erforderliche Lagerzeit bei 1 Jahr. |
| Reserva | 4 Jahre | Ist kennzeichnent für einen Wein aus einem guten Jahrgang, mit einer Fass- und Flaschenreife von mindestens 3 Jahren, davon 1 Jahr im Fass. Die Freigabe erfolgt erst im 4 Jahr nach der Lese. |
| Gran Reserva | 6 Jahre | Gran Reserva kennzeichnet einen Wein aus einem besonders guten Jahrgang, der mindestens 2 Jahre im Fass und 3 Jahre in der Flasche gelagert worden sein muss. Der Wein darf frühestens 6 Jahre nach dem Erntejahr die Bodega verlassen. |